Alexander Waltner, Marco Spitzar

Alexander Waltner, Marco Spitzar

 

das künstler duo

 

Zwei Künstler, die könnten unterschiedlicher nicht sein, denkt man sich. Doch beide treffen in der noch leerstehenden Fabrikanten Villa in Bludenz, einem Architektur Juwel an der Alten Landstraße, heute Obdorfweg 1, für einen Monat zusammen. Vom 11. September bis 5. Oktober 2019. Mit ihrer Kunst wecken Marco Spitzar und Alexander Waltner die Lorünser Villa aus ihrem über 100-jährigen Dornröschenschlaf und erzählen mit den Mitteln künstlerischer Poesie ihre persönlichen Geschichten. Genuin. Eigenständig. Eigenwillig. Die Villa, der dritte Player, hat dabei ihren eigenen Auftritt im ersten und zweiten Stock. Dramengalerie. Einheit von Raum, Zeit und Handlung. Der Ort schafft die Zeit. Das Begehren den Raum.

Auf dieser Bühne installieren die Künstler ihr Script vom Leben. In ihren räumlich-rondoartigen tänzerischen Figuren legt diese einmalige Ausstellung die hintergründigen Sedimente zu diesen Geschichten frei. Sie spürt dem „unablässigen fragen zur dichte“ nach und wirft einen neugierigen Blick hinter die offen gelegten Kulissen der Erzählungen. Beim einen, Marco Spitzar, geht es vordergründig um das Verkleben und Lösen, den Uhuismus, der die Bernsteinfarbe wie eine Schatzkammer auftreten lässt. Bei Alexander Waltner um die Poesie von verlorener Zeit und üppiger Fülle. Ihrer beider Geschichten entstehen aus einem je eigenwilligen Portfolio. Sie spielen im Duett. Keine Fugen. Keine Dramolette. Nur komponierte Stille. Wie bei John Cage und Peter Madsen.

Peter Niedermair, 2019

 
 
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Marco Spitzar

1964 geboren in Georgsmarienhütte, Osnabrück / Deutschland
1978 Übersiedlung nach Bludenz / Vorarlberg
1980 – 1986 Kunstgewerbschule Ortweinplatz, Graz
1987 – 1992 Akademie der bildenden Künste, Wien

 
 
 

Marco Spitzar ist 1964 in Norddeutschland geboren und in den 70ziger Jahren mit seinen Eltern nach Bludenz in Vorarlberg gezogen. Die Textilindustrie, im Besonderen Getzner Textil war der Grund dafür, dass sein Vater den Lebensmittelpunkt nach Vorarlberg verlegte. Marco Spitzar besuchte die Kunstgewerbeschule in Graz und danach die Akademie der Bildenden Künste in Wien in der Meisterklasse für Bildhauerei bei Bruno Gironcoli.

Er ist uns als Designer, Medien- und Kommunikationsspezialist bekannt und vor allem durch seine Ausstellungen, die seine Obsession für den vielzweckkleber UHU und die Flinke Flasche zeigen. Auf sprichwörtliche Weise verklebt er Inhalte und Haltungen unterschiedlicher Zeiten und Generationen miteinander. Er arbeitet hauptsächlich auf historischen Untergründen und lässt durch den dicken Auftrag des UHU’s seine Buntstiftzeichnungen wie in Bernstein eingeschlossen wirken.

Anlässlich der Ausstellung in der Lorünser Villa gibt es eine Edition von einem mit UHU bearbeiteten Foto eines Vorratsschranks mit UHU Flaschen, den er in der Villa vorgefunden hat.

 
 
 
 

Ausstellungen

1986-89 Orpheum, Graz I 1986-89 Rathaus, Graz I 1986-89 Galerie am Lendplatz, Graz  - Wanderausstellung in den österreichischen Landeshauptstädten I 1987-92 Museum des 21. Jahrhunderts, Wien I 1987-92 Böhlerhaus, Wien I 1987-92 Sie betreten die Akademie, Wien I 1987-92 Personale Theseustempel, Wien I 1987-92 Videoinstallation in der Akademie der bildenden Künste und Technische Universität, Wien I 1987-92 Dokumentarfilm über die Akademie der bildenden Künste (ORF 2) | 2007 Villa allerArt Bludenz, Kunst die halbe Miete I 2013 Galerie.Z Hard, Braunes Buch: Eine Frage der Größe, Personale I 2013 Art Bodensee Dornbirn, Galerie Z Hard, Graues Buch I 2013 ArtDesign Feldkirch, Deckmantelmännchen I 2014 Kunst Vorarlberg, Villa Claudia Feldkirch, Personale | 2015 Palais Thurn und Taxis Bregenz, Künstlervereinigung I 2017 Galerie Artdepot Innsbruck, Personale | 2017/18 Rohnerhaus Lauterach, Face to Face - Spitzar meets Kalb | 2018 Landestheater Bregenz | 2018 Galerie.Z Hard, Haushaltsware Braun | 2019 Galerie ArtDepot Innsbruck, Uhuismus, Personale

 
 
 
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Alexander Waltner

1967 geboren in Lauterach, Vorarlberg, Österreich
1992 Beginn mit der Malerei als Autodidakt
2017 Eröffnung des Ateliers in Lustenau

 

Alexander Waltner wurde im Oktober 1967 in Lauterach, Vorarlberg geboren. Hier, im ländlichen Raum, verbrachte er eine schöne Kindheit. Ende der 90er Jahre arbeitete er im Geschäft der Eltern, bis es ihn schließlich nach Wien zog und er dort begann in einer Bank zu arbeiten. Hier, in Wien, fällte er 1992 die Entscheidung Künstler zu werden und eröffnet sein erstes Atelier in der Messenhausergasse im dritten Bezirk - ohne Strom und ohne Wasser. Die ersten Arbeiten kritzelte er noch direkt aus der Tube auf die Leinwand. Erst im Laufe der Zeit kamen Pinsel dazu. Seine Arbeit zog den Charme auf sich, sich zu entwickeln und es kamen einige Ausstellungen, die das auch aufzeigten. Sein Thema ist die menschliche Figur, die er in gewagten Abstraktionen erprobt. Dies hat für ihn seine eigene Ewigkeit und hört nie auf zu sein. 2017 eröffnete er sein Atelier in Lustenau. Von da an erzählt der Charakter des Raumes von seinem charmanten Tun.

 
 
 
 

Ausstellungen

2000 erste Ausstellung im Foyer von Adler und Ameise (gefördert von meinem Sammler Alfred Koblinger) I Ankauf eines Gemäldes im Dorotheum für die Privatsammlung Dr. Leopold I 2002 grosse Sommerausstellung in der Galerie Weilinger in Salzburg I 2008 Einzelausstellung in der Galerie Schloss Parz Grieskirchen I 2010 Einzelausstellung in der Galerie Sesto Senso Rom I 2012 Einzelausstellung Dramagalerie in Hohenems I 2014 Einzelausstellung Dramagalerie in der Weltlichtspiele Dornbirn I 2015 Eröffnung der grössten Freiluftgalerie in Schloss Ennsegg I 2016 Einzelausstellung Dramagalerie im Gutshof Heidensand I 2017 Eröffnung des neuen Ateliers in Lustenau